KirwaDer Alfelder Kirchweihbrauch
 

 
Der Alfelder KirchweihbrauchErfreulich ist, daß unsere Kirchweihburschen traditionsgemäß gewillt sind das Erbe, den Alfelder Kirchweihbrauch, zu bewahren und zu pflegen. Schutzpatron ist unser St. Bartolomäus. Einst fand die Kirchweih am Taq des heiligen Bartholomäus, also am 24. August, statt. Es trat eine Änderung ein und zwar, wenn der 24. August in die Woche fällt findet die Kirchweih am darauffolgenden Sonntag statt.

 
Aus der Geschichte des OrtesWie kam es zu dem historischen Kirchweihbrauch in Alfeld ? Alfeld gehörte ursprünglich zur Kurpfalz, zu Bayern. Aber am 2. Februar 1504 nach dem Landshuter Erbfolgekrieg wurde die Grenze neu festgelegt, so dass der Ortsteil links des Albaches zur Freien Reichsstadt Nürnberg kam und die rechte Seite von Alfeld bei Bayern verblieb. So entstand die peinliche Situation, daß das gesamte Hinterland abgeschnitten war. Aus vielen Alfeldern wurden Schmuggler. Daß sich die Alfelder nach einer Wiedervereinigung sehnten ist begreiflich. Der ersehnte Tag kam herbei: Im Jahre 1806 bei der Gründung des Königreichs Bayern kam die Freie Reichstadt Nürnberg zu Bayern und so wurde Alfeld wiedervereinigt.

 
Der Alfelder KirchweihbrauchDies Ereignis bewog findige Köpfe zu folgendem einmaligen Kirchweihbrauch: Vom Kegelberg zum Schneiderberg spannten die damaligen Burschen eine Schnur mit einem daranhängenden grünen Buschen. So symbolisierte man damals die Wiedervereinigung. Dieser Kirchweihbrauch hat sich seitdem erhalten. Zwischenzeitlich ließ man ein 249 Meter langes Buschseil anfertigen, das alljährlich am Kirchweihfest benötigt wird. Der Goldene Buschen ist ein 1,50 Meter langes Fichtenbäumchen das in Goldpapier eingehüllt ist, mit bunten Bändern geschmückt und mit dem Wipfel nach unten am Buschseil befestigt wird. Am Wipfel hängt eine vergoldete Schweinsblase.

 
Nun zum BaumaustanzenDie Kirwaboum und Moidlan ziehen mit Musik auf den Dorfplatz zum Kirchweihbaum, der bereits am Samstag aus dem Grafenbucher Forst geholt und aufgestellt wurde. Er darf nicht kürzer als 30 Meter sein. Am Sonntag früh wird der Busch hochgezogen. Montag um 17.30 Uhr wird der Baum ausgetanzt, und das Paar, das den Blumenstrauß trägt wenn der Schuß fällt, erhält den Busch. Früher mußte jener Kirchweihbursche, der mit dem Mädchen den "Hut" bekam, an dem sich ein Geschenk für das Mädchen befindet, sein Mädchen mit dem Fahrad nach Trautmannshofen zur Kirchweih hinauftransportieren.

 
 Die Alfelder Kirwaboum